Auf gute Nachbarschaft!

Wie sich die „Glindower Seevillen“ als guter Nachbar zeigen

Klatsch & Tratsch – oft ziemlicher Unsinn…

Amüsiert und zum Teil wirklich staunend nehmen wir zur Kenntnis, welcher Klatsch & Tratsch über das Projekt und die Investoren im Umlauf ist. Deshalb hier ein paar Fakten bzw. Antworten auf Fragen, die den „Flurfunk“ zu beschäftigen scheinen…

Wie kam das Grundstück ins Eigentum der heutigen Eigentümerin?

Das Grundstück war ursprünglich in mehrere Teile zersplittert, die unterschiedlichen Eigentümern gehörten. Einer der Eigentümer war der Landkreis Potsdam-Mittelmark. Der Landkreis hatte sein Grundstück in einer öffentlichen Ausschreibung zum Verkauf gestellt. Übrigens zum zweiten Mal, nachdem zwei Jahre vorher keiner geboten hat. Und obwohl der Komplementär der PEKA nach dieser gescheiterten Ausschreibung angeboten hatte, zum Verkehrswert zu kaufen, was abgelehnt wurde, weil man transparent und für alle nochmal öffentlich ausschreiben wollte. In dieser erneuten Ausschreibung zählte allein das höchste Gebot, es gab keinerlei „Haltungsnote“ für ein Konzept oder sonstige Aspekte, die irgendeine Beeinflussung zugelassen hätten. Der Komplementär der PEKA hatte in der öffentlichen Ausschreibung innerhalb der veröffentlichen Gebotsfrist das höchste Gebot abgegeben (deutlich über dem im Auftrag des Kreises ermittelten Verkehrswert) und daher den Zuschlag erhalten.

Der in Gerüchten vom politischen Gegner gerne hergestellte Zusammenhang mit dem ehrenamtlichen kommunalpolitischen Engagement des Komplementäres der PEKA, der übrigens erst nach dem Erwerb erstmals zur Wahl antrat und gewählt wurde (nebenbei: gerade nicht für die Partei des Landrats als dem Chef des verkaufenden Landkreises…), ist also für jedermann leicht nachprüfbar einfach nur eines: Eine unanständige Lüge.

Eine weitere größere Teilfläche wurde von dem Diakonissenhaus Teltow-Lehnin im ganz normalen Geschäftsverkehr bzw. Verhandlungswege erworben. Kleinere Flächen wurden mit einem Nachbarn getauscht, von der Stadt wurden die zum ehem. städtischen Hort eingezäunten Flächen (Überbau ehem. Hort) hinzuerworben. Dieser Erwerbsprozess dauerte einige Jahre.

In dieser Zeit hat die Stadt Werder z.B. auch das Grundstück der alten Jugendherberge am anderen Seeufer verkauft und dabei nicht ein Fünftel dessen erzielt, was dieses heute wert ist. Werder ist ganz einfach aufgewacht und als tolle Wasserlage im Berliner Speckgürtel erkannt worden.

Dass sich in jüngerer Zeit der Grundstücksmarkt so belebt hat, dass ein Projekt wie die Glindower Seevillen auf so einer anspruchsvollen Fläche wirtschaftlich möglich ist und der eine oder andere Bauträger heute gerne selbst Eigentümer wäre, ist das Glück derjenigen, die frühzeitig an den Standort geglaubt haben und ins Risiko gegangen sind. Wer das nicht neidlos hinnehmen kann, steht in guter deutscher Tradition (immerhin wurde hier der Kommunismus erfunden…), man sollte aber keine unsinnigen Behauptungen in die Welt setzen bzw. nicht ignorieren, dass jeder, der rechtzeitig bereit war, in ein schwieriges Grundstück mit sehr viel Arbeit siebenstellig zu investieren, die gleichen Chancen hatte.

Sind so hochwertige Wohnungen nicht unsozialer Luxus?

Der Begriff „Luxus“ ist schillernd und immer relativ.

Die für das Grundstück der Glindower Seevillen ursprünglich festgesetzte Nutzung mit Eigenheimen, Yachthafen und Hotel wäre sicherlich weniger für die gesellschaftliche Mitte bestimmt gewesen als die Glindower Seevillen es sind. Richtig ist natürlich, dass die Glindower Seevillen ein sehr hochwertiges Projekt an einem besonders schönen Standort sind. Sozialmieten sind in dieser Situation nicht möglich. Nach Auffassung der Eigentümer ist es auch unsinnig anzunehmen, dass man ausgerechnet mit einem Neubau direkt am See günstigen Wohnraum schaffen kann. Teure Maßnahmen zur Gründung der Gebäude (Bodenverbesserungen, besonders dicke Stahlbetonplatten etc.), Grundwasserhaltung und einiges mehr führen zu überdurchschnittlichen Kosten, selbst wenn man sich für einen einfachen Standard entschieden hätte. Heutige Neubauten müssen zudem sehr viele Normen einhalten, was teuer ist. Um z.B. den künftigen Energiebedarf gering zu halten, ist sehr viel in die energetische Qualität der Gebäudehülle, in Lüftungskonzepte etc. zu investieren. Ein einzelnes großes Schiebetürelement in der gebotenen Glasqualität z.B. kostet da schnell bis zu 10.000 EUR. Für die Region Berlin geht man ganz allgemein davon aus, dass Neubauten heute nicht mehr anders hergestellt werden können, als dass sie eine Kosten-Nettokaltmiete von etwa 10 EUR/qm brauchen, um wirtschaftlich zu sein. Sozialmieten sind so also nicht zu schaffen, selbst wenn man den niedrigsten zulässigen Standard baute.

Was der Grund sein soll, dass ausgerechnet auf einem der schönsten Seegrundstücke und in einem nagelneuen Bau diejenigen wohnen sollen, die sich die Miete nicht selbst verdienen können, steht auch dahin. Niemand käme auf die Idee, ausgerechnet die Logenplätze in einem Konzertsaal zum Sozialtarif zu vergeben oder Sozialtickets für die 1. Klasse der Bahn zu verteilen. Mit Blick auf die Leistungsgerechtigkeit – ein genau so berechtigter Aspekt von „Gerechtigkeit“ wie ein angemessener sozialer Ausgleich – ist das auch gut so. Pure Gleichmacherei endet in Tristesse und schlechten Standards für alle, das sollte nach dem „Experiment DDR“ eigentlich niemand mehr bestreiten wollen.

Im Übrigen ist nach Auffassung der Eigentümer gerade auch das Anbieten hochwertiger Mietwohnungen ein Beitrag zu einem gerechten Markt. Denn es gibt eine Reihe von Menschen, die es sich nicht leisten können oder wollen, eine hochwertige Wohnung von einem Bauträger zu kaufen. Warum z.B. soll jemand, der nach Auszug der Kinder sein Häuschen in Glindow verkauft, sich im Alter damit herumquälen, Raten an die Bank zu bezahlen und weiter zu sparen, statt sich von seinem Ersparten selbst etwas zu gönnen? Warum soll ein Gastwissenschaftler, der für 5 Jahre in Golm ist, eine schöne Wohnung am Wasser kaufen müssen um dabei schon für Grunderwerbsteuer und Nebenkosten mehr Geld auszugeben, als er in dieser Zeit Miete zahlen müsste? Warum soll ein junges Pärchen, das ein paar Jahre später mit seinen Kindern in ein eigenes Haus ziehen will, nicht in der Zwischenzeit eine Mietwohnung ganz nach ihrem Geschmack finden? Ganz abgesehen davon, sind gerade aktuell zunehmend mehr Menschen von den nötigen Bankfinanzierungen ausgeschlossen, wenn sie nicht mehr jung genug sind oder z.B. als Selbständige nicht die perfekten Unterlagen bringen können, die die Banken sich wünschen. In all diesen Fällen schaffen die Glindower Seevillen ein zusätzliches Angebot am Markt: Wohnungen am obersten Ende der Qualität und Lage, die man nicht gleich kaufen muss, sondern mieten kann. Und das nicht von einem Einzeleigentümer mit der ständigen „Bedrohung“ einer Eigenbedarfskündigung, sondern von langfristigen Investoren, die im Bedarfsfalle auch bereit sind, die Eigenbedarfskündigung  vertraglich auszuschließen – so dass man auch als Mieter z.B. in Zusatzausstattung investieren kann, ohne Sorge zu haben, diese nicht ausnutzen zu können.

Jedes zusätzliche Angebot von Wohnraum führt im Übrigen natürlich auch zu einer Entspannung am Markt. Wer in die Glindower Seevillen zieht, macht anderen Wohnraum frei.

Verdrängen die Glindower Seevillen einen benachbarten Betrieb?

Nein. Im Gegenteil wird auf Kosten der Eigentümer den Interessen des Betriebes Rechnung getragen:
Das Gelände der Glindower Seevillen wurde etwa 2003 mit einem Bebauungsplan überplant. Neben Wohnhäusern wurden ein Yachthafen und ein Hotel oder Altenheim als zulässige Nutzungen festgesetzt. In diesem Bebauungsplan wurde auch das benachbarte Gelände der Fa. HAKO komplett als WA (allgemeines Wohngebiet) überplant. Anlass dafür war gerade auch der Wunsch von HAKO, das eigene Grundstück möglichst teuer verkaufen zu können. Man war gerade daran interessiert, Baurecht für die am See ja auch naheliegende hochwertige Wohnnutzung zu bekommen. Die bauplanungsrechtlichen Festsetzungen auf dem Betriebsgelände wurden im Zuge der Planungen für die Glindower Seevillen nicht geändert. Dass der Betrieb sich nicht willkürlich entwickeln und neu bauen kann, ist also seit etwa 2003 eine rechtskräftige Tatsache.

In 2015/2016 erfolgte lediglich eine Anpassung des Bebauungsplanes dahin, dass statt Yachthafen und Hotel nun durchgehend eine allgemeine Wohnnutzung zulässig ist. Zudem wurde die Geschossigkeit der Gebäude dem neu erkannten Bedarf an einer ausreichenden Wohnungsversorgung in Glindow angepasst. Richtig ist, dass die PEKA Wert darauf legte, dass die Festsetzung als WA mit den entsprechend geringen Grenzwerten für Lärm etc. erhalten bleibt, um ein ruhiges und hochwertiges Wohnen zu garantieren. Dass ein Grundstückseigentümer, der WA-Planungsrecht hat und verwirklichen will, sich nicht einfach zum Mischgebiet verändern lassen will, ist eine Selbstverständlichkeit, die jedermann so handhaben würde.

Um sicherzustellen, dass die planungsrechtlichen Adjustierungen auch dann keine Negativfolgen für den Betrieb haben, wenn dieser sich im Bestand entwickeln will, wurde der Betrieb nach seiner – aus eigener ungefilterter Sicht – maximal denkbaren Entwicklung am Standort befragt. Die Emissionsfolgen wurden prognostiziert. Es wurde festgestellt, dass bei einer Verdreifachung (sic!) der Produktion und bei erheblichen, negativen Änderungen der Logistik die WA-Grenzwerte überschritten werden könnten. Um dies zu neutralisieren, wurde eine 6 Meter hohe Lärmschutzwand an der Grundstücksgrenze zwischen Glindower Seevillen und HAKO geplant. Diese Mauer wird auf Kosten der PEKA errichtet – und zwar bereits jetzt, obwohl es eine rein fiktive Gefahr ist, dass der Betrieb sich in dieser Weise entwickelt und es viel wahrscheinlicher ist, dass wie in den letzten 28 Jahren gerade keinerlei Emissionsprobleme entstehen.

Jedermann möge sich fragen, ob er auf seinem Grundstück eine Lärmschutzwand zahlen würde, damit der Nachbar künftig mehr Lärm machen kann. Wer sich diese Frage ehrlich beantwortet, wird erkennen, dass die Eigentümer der Glindower Seevillen deutlich überobligatorisch Rücksicht nehmen.

Verdrängen die Glindower Seevillen einen Segelverein?

Nein. Erst die jüngsten planungsrechtlichen Änderungen schufen Bleiberecht für den Verein: In dem seit etwa 2003 gültigen Bebauungsplan war ausdrücklich eine Absiedelung des Segelvereins festgeschrieben worden. Die vom Verein genutzte Fläche sollte zu einer reinen Grünfläche werden. Zu dieser Zeit, zu der die Gemeinde Glindow und die Stadt Werder (die Eingemeindung erfolgte während der B-Plan-Erarbeitung) das festlegten, gab es keine PEKA und der Komplementär der PEKA wusste nicht mal wo Werder liegt. Jetzt ist für diesen Bereich eine Nutzung zu Wassersportzwecken zugelassen worden. Dass dabei gewisse Grenzen gesetzt sind, namentlich das Ufer von abgestellten Booten freizuhalten ist, um das Landschaftsbild zu schonen, sind selbstverständliche Folgen der Entwicklung: Wer im Planungsrecht bereits gar nicht mehr vorgesehen ist, kann in der Abwägung von Umweltbelangen nicht behandelt werden, als hätte er Bestandsschutz. Tatsächlich haben die jüngsten Bebauungsplanänderungen also die Lage für den Verein deutlich verbessert.

Was tun die Eigentümer der Glindower Seevillen gegen die Last aus den Erschließungsverkehren?

Die Bewohner der Glindower Seevillen werden auch an- und abfahren. Das ist keine Frage. Aus Rücksicht auf alle Anlieger der entsprechenden Straßen wurde jedoch eine Reihe von Maßnahmen ergriffen: Die Erschließung ist für den Regelbetrieb zweigeteilt. Etwa die Hälfte der Bewohner wird die Erschließung zur L-90 nutzen, die andere Hälfte die Erschließung über Jahnufer/Kietz. Die Zufahrt von der L-90 wird auf Kosten der PEKA komplett erneuert und mit Flüsterasphalt belegt. Eine Durchfahrt durch das Gelände der PEKA – mit entsprechenden Verkehrsfolgen für die vorher- und nachher liegenden Grundstücke – ist nicht mehr zugelassen. Der alte Bebauungsplan hatte hier noch eine große Erschließungsstraße vorgesehen. Hotel und Yachthafen hätten offensichtlich auch eher mehr als weniger Verkehr gebracht. Wer also nicht unrealistisch den vorübergehenden Zustand als ungenutzte Brache, sondern die früher festgesetzten Planungen, gegen die soweit ersichtlich kein Mensch in Glindow protestiert hatte, mit dem vergleicht, was jetzt kommt, wird erkennen, dass die Glindower Seevillen sich auch in Sachen Verkehr als guter Nachbar zeigen.

Ausgwählte Gerüchte und unsere Antwort…

  • Nein. Wir kaufen nicht die Nachbargrundstücke auf, um ein Schwimmbad für unsere Mieter zu errichten. Wir haben ein „Badehaus“ auf dem Grundstück, das die Nutzung des wunderbaren Sees schöner macht. Wer statt dem kristallklaren Badewasser des Glindowsees lieber in ein Hallenbad möchte, ist in 10 Minuten in der Blütentherme (die nach den Seevillen, hoffentlich aber in absehbarer Zeit fertig wird…)
  • Nein. Wir haben nicht die Porta Helena gekauft.
    @Frau Götze: Wir freuen uns aber sehr auf Ihren Anruf, wenn Sie verkaufen wollen. Auch dieses Grundstück hätte ein Wachküssen mit einer für die Umgebung verträglichen Entwicklung verdient.
  • Nein. Wir betreiben keinen Bauplan im Bereich Campingplatz. Wir haben dort weder Grundstücke noch Erwerbsabsichten – wer kommt nur auf so einen Unsinn?
  • Nein, Frau Kleine. Wir errichten keine Luxus-Bar, die Ihrem Restaurant Konkurrenz macht. Wir wollen Ruhe für unsere Mieter. Und da sollten wir selbst eine Bar machen? Wer erzählt Ihnen solchen absurden Unfug und warum glauben Sie das auch noch?
  • Nein. Es gibt keinen Skypool auf den Dachterrassen. Nur weil wir einen Spitzenstandard für Werder bauen, bauen wir noch lange nicht jeden Spleen von Londoner Luxusprojekten – was wir weder wollen, noch mit den Mieten, die wir aufrufen, leisten könnten.
  • Nein, wir verkaufen keine Wohnungen. Die Glindower Seevillen sind – jedenfalls solange die kommunistischen Überlegungen einer Frau Lompscher nicht in Brandenburg Gesetz werden – ein reines Mietwohnungsprojekt, angelegt auf langfristige Bestandshaltung.
  • Ja, es ist richtig, dass die Durchfahrt für Nicht-Bewohner mit dem Fahrrad dauerhaft verboten ist und auch mechanisch abgesichert werden wird. Es ist zu unschönen und auch zu gefährlichen Situationen durch einige „Durchradler“ gekommen, die betrunken waren oder sich auch einfach grundsätzlich nicht zu benehmen wussten. Der Wunsch der Bewohnerschaft, hiervor Ruhe zu haben, ist von uns zu achten. Auch hat sich ganz einfach gezeigt, dass ein Nebeneinander von zügig durchradelnden Personen mit rund 80 im 90-Grad-Winkel zur Straße liegenden Carportplätzen nicht sicher funktioniert. Das Grundstück war die letzten 200 Jahre nicht frei betretbar, geschweige denn durchfahrbar. Jeder, der seinen Garten gern selbst und nicht als Parkplatz und Verkehrsfläche für die Allgemeinheit nutzt, sollte sich einer Kritik daran, dass auch wir unser Eigentum vorrangig für die Bewohner nutzen, enthalten. Ohnehin ist das Grundstück für niemand eine Abkürzung gegenüber dem Weg zwischen Friedhof und KITA. Es ist Sache der Stadt, diesen in einem ordentlichen Zustand vorzuhalten. Wir haben auf unsere Kosten bereits die Straße an der KITA neu gemacht, es trete vor, wer von sich vergleichbares behaupten kann.